Die beiden 13-jährigen Weißenhorner Max Müller und Levin Zacher sind mit der Bayerischen Rettungsmedaille zur „Öffentlichen Anerkennung für mutiges und vorbildliches Verhalten bei einer Rettungstat“ ausgezeichnet worden. Sie hatten am 16. August dieses Jahres einem 82-jährigen Rollstuhlfahrer, der in einen Weiher gestürzt war, durch ihr couragiertes Eingreifen das Leben gerettet.

Der Landrat beschrieb noch einmal, was am 16. August vorgefallen war: Ein 82-jähriger Rentner war mit seinem Rollstuhl in den dicht bewachsenen Uferbereich des Weihers beim Weißenhorner Freibad geraten. Er stürzte mit seinem Gefährt in das Gewässer, so dass sein Gesicht unter Wasser getaucht wurde. Der Senior konnte sich selbst nicht aus dieser misslichen Lage befreien.

Die beiden 13-jährigen Freunde Max Müller und Levin Zacher wurden am anderen Ufer des Weihers Augen- und Ohrenzeuge des Unfalls. Ohne zu zögern, eilten Sie dem Verunglückten zu Hilfe. Max und Levin zogen schnell ihre Schuhe aus, sprangen in den Weiher und versuchten den hilflosen Mann aus dem Wasser zu ziehen. Das gelang ihnen allerdings nicht sofort, weil der Erwachsene zu schwer für sie war. Während Max den Kopf des Unfallopfers über Wasser hielt, rannte Levin zum 200 Meter entfernten Freibad, um zusätzliche Hilfe zu holen. Mit Unterstützung  der Bademeisterin und eines erwachsenen Spaziergängers gelang es den beiden Buben schließlich den Rollstuhlfahrer ans rettende Ufer zu bringen.

„Lieber Max und lieber Levin“, sagte Freudenberger, „ihr beide seid Vorbilder für eure Mitmenschen. Ich danke euch im Namen des Landkreises Neu-Ulm und persönlich sehr herzlich für die Zivilcourage, die ihr eindrucksvoll gezeigt habt. Eure Eltern können stolz sein, dass ihre Erziehung derart reiche Früchte zeigt. Sie dürfen sich glücklich schätzen, solche Prachtburschen wie euch zu Kindern zu haben.

Die Weißenhorner Polizei hat Max und Levin in einem Schreiben an das Landratsamt gelobt: „Ohne die Aufmerksamkeit der 13-jährigen Helfer wäre eine erhebliche – und unter Umständen sogar eine dauernde – Schädigung der Gesundheit des verunglückten Rentners zu erwarten gewesen. Auf Grundlage der Äußerungen von Max Müller war selbst die Gefahr eines Ertrinkungstodes vorhanden, da der Mann mit dem Kopf unter Wasser war. Max Müller und Levin Zacher erkannten die Gefahrensituation, wussten vollkommen uneigennützig zu handeln und waren sogar in der Lage, Problemstellungen durch eigens erkannte Lösungen zu bewältigen. Die Tatsache, dass sie sich selbst mit den Füßen am dicht bewachsenen Uferbereich ins Wasser begaben, um einen anderen, in Not geratenen, hilfsbedürftigen Menschen zu retten, erfährt vollste Hochachtung. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass sich zum Zeitpunkt des Vorfalls neben den beiden Rettern keine weiteren Personen am Weiher befanden, die diese Notsituation hätten erkennen können.“

Auch Weißenhorns Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt war bei der Ehrung dabei. Er sagte: „Die Stadt, eure Eltern und ihr selbst könnt stolz auf euch sein.“

Das Foto zeigt von links nach rechts Landrat Thorsten Freudenberger, Max Müller, Levin Zacher und den Weißenhorner Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt. Foto: Jürgen Bigelmayr, Landratsamt Neu-Ulm