Lesepaten versetzen Stimmbänder in Schwingung

Projekt „Neu-Ulmer Lesespaß“ veranstaltet Workshop für Lesepaten

Je lebendiger die Stimme, desto lebendiger ist auch die Geschichte beim Vorlesen. Das wissen die Lesepatinnen und Lesepaten des Projekts „Neu-Ulmer Lesespaß – Lesepaten für die Region“ genau. Wie sich die Stimme am Besten einsetzen lässt und was man alles mit ihr machen kann, zeigte ihnen jetzt Michaela Beyer in einem Stimm- und Sprechworkshop im Landratsamt Neu-Ulm. Eingeladen zu dem Workshop hatten die Projektpartner Freiwilligenagentur „Hand in Hand“ im Landratsamt Neu-Ulm, das Familienzentrum Neu-Ulm und die Stadtbücherei Neu-Ulm.

Mit vielen praktischen Übungen führte Michaela Beyer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die sogenannte „Wohlfühllage der Stimme“ heran. Denn um gut vorlesen zu können ist es wichtig, dass es dem Vorlesenden und seiner Stimme auch gut geht. Wesentliches Werkzeug sind die Stimmbänder – oder Stimmlippen wie es im Fachjargon heißt. Damit diese gut schwingen können, ist es wichtig eine gute Sitzhaltung einzunehmen. Das bedeutet, „guter Bodenkontakt mit den Füßen, langer Nacken, kurzer Hals und den Rücken sowie das Brustbein aufzurichten“, erläuterte Michaela Beyer. Wie die Stimme im Unterschied dazu klingt, wenn sich der Vorlesende in seinen Sitz fläzt, entdeckten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt selbst bei einer gemeinsamen Übung. So erhielt die Stimme mehr „Spielraum“ und wurde deutlicher, wenn die aufrechte Körperhaltung eingenommen wurde, waren sich die Lesepatinnen und –paten einig.

Des Weiteren vermittelte die Referentin unter anderem wie einem beim Vorlesen nicht die Luft ausgeht, wie wichtig es ist, gezielt kurze Pausen im Text zu machen und wie man seinen Text lebendig mit der Stimme gestaltet. So gilt es zum Beispiel, seine Sprechmelodie den Satzzeichen anzupassen, bei einem Ausrufezeichen lauter zu sprechen oder bei einem Fragezeichen mit der Stimme am Ende des Satzes nach oben zu gehen. Auch Übungen zur Artikulation, um ein deutliches Vorlesen zu trainieren, hatte Michaela Beyer im Gepäck.

Ein zufriedenes Fazit zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende des Workshops. So waren sie beeindruckt, wie schnell sich mit den gelernten Übungen die Stimme und das Vorlesen beeinflussen lassen. Und jetzt freuen sie sich schon darauf, das Gelernte bei ihrer nächsten Vorlesestunde anzuwenden.

In welcher Position klingt meine Stimme am Besten? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich mit praktischen Übungen auf die Suche nach der sogenannten Wohlfühllage ihrer Stimme.

Zeigen wie schön Bücher sind (von links): Die Referentin Michaela Beyer (2. von links) mit den Kooperationspartnern des Projekts „Neu-Ulmer Lesespaß – Lesepaten für die Region“ (von links):  Mareike Vierling (Freiwilligenagentur „Hand in Hand“), Anja Mundt (Stadtbücherei Neu-Ulm) und Juliane Ott (Familienzentrum Neu-Ulm).

Foto: Landratsamt Neu-Ulm