Mit Yooka-Laylee bringt das neu gegründete Entwicklerstudio Playtonic Games den geistigen Nachfolger zu der Videospielreihe „Banjo-Kazooie“ raus. Doch kann der neue Titel genauso überzeugen wie der originale 3D-Plattformer für die Nintendo 64?

Blick in die Vergangenheit

 Das Spiel Banjo-Kazooie erschien 1998 exklusiv für die Nintendo 64 und konnte mit seinem Plattform-Gaming, den charmanten Charakteren und haufenweisen sammelbaren Extras Fans weltweit begeistern. Das Videospiel-Sequel Banjo-Tooie schlug ebenfalls große Wellen. Die Verantwortlichen für beide Spiele waren damals die Entwickler von Rare, die unter anderem auch für Hits wie Donkey Kong Country oder Diddy Kong Racing bekannt sind.

Mit der Übernahme von Rare durch Microsoft im Jahre 2002 stoppte Rare die Produktion von Spielen für Nintendo-Konsolen sowie die Entwicklung in der Banjo-Reihe. Jedoch waren in der Firma einige angestellte Entwickler ganz und gar nicht zufrieden mit dieser Entwicklung und verließen Rare, um ihr eigenes Entwicklerstudio mit dem Namen Playtonic Games zu gründen. Und im April 2017 erschien ihr erstes Game, Yooka-Laylee, das einen Neustart für die Banjo-Reihe einläuten sollte.

Yooka und Laylee, das Traumpaar

 In Yooka-Laylee kontrolliert der Spieler das sprechende Chamäleon Yooka, das stets von seiner Fledermaus-Freundin Laylee begleitet wird. Dabei lernt das Duo nach und nach, seine angeborenen Fähigkeiten in der offenen 3D-Welt einzusetzen: Yooka kann mit seiner Zunge Objekte, Haken und Ähnliches anvisieren und lernt später auch, sich wie ein echtes Chamäleon zu tarnen. Laylee schafft es, wie eine echte Fledermaus Sonarstrahlen abzusondern und so Gegner zu schocken.

Zusammen machen sie sich auf, die Welt aus den Fängen des bösen „Capital B“ zu retten.

Capital B, der teuflische Geschäftsmann

Als Yooka und Laylee eines gemütlichen Morgens zu Hause aufwachen, müssen sie schockiert feststellen, dass ihr geliebtes Buch gestohlen worden ist. Schon bald darauf finden unsere Helden heraus, wer hinter all dem steckt – der machthungrige Capital B! Er versucht, das gesamte Wissen der Welt aus den Büchern herauszuziehen und es in einem mächtigen „Einband“ zu vereinen, um dann die Welt an sich zu reißen!

Das lassen sich unsere tierischen Freunde natürlich nicht gefallen…

Und so spielt sich Yooka-Laylee

 Da das Spiel der geistige Nachfolger von Banjo ist, setzt es auf seine altbewährte Formel: Große Spielwelten mit vielen lustigen Charakteren und noch viel mehr sammelbaren Gegenständen – in jeder der fünf Themenwelten gilt es an die 200 Federn zu finden, 25 „Pagies“ zu verdienen, fünf Geister aufzutreiben und noch einiges mehr zu suchen. Viele Sammelobjekte sind leicht zu finden, in dem man sich einmal in der Welt umschaut, aber einige Federn und Pagies sind wirklich hammerhart versteckt – eine echte Langzeitmotivation! Zumal es auch eine Belohnung für emsige Sammler gibt: Für Federn erhält man neue Fähigkeiten und für Pagies kann man die Spielwelt erweitern, sodass es noch mehr zu sehen gibt.

Yooka und Laylee reisen so mal durch den dichten Dschungel, werden verzaubert von eisigen Höhlen oder gruseln sich in einer Halloween-Welt. Für Abwechslung ist gesorgt und zum Abschluss jeder Welt wartet auch ein Bosskampf, der mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde.

Das könnte besser sein

 Zwar ist der Umfang der Spiels ordentlich, doch merkt man an einigen Stellen, dass die Entwickler mehr Zeit für das Polishing gebraucht hätten – also für das Überarbeiten von Welten, Texten und anderen Fehlern. So sieht man häufig, dass einzelne Sprungpassagen oder Nebenquests übertrieben einfach oder schwierig sind oder dass ein Mechanismus in der Welt nicht ganz durchdacht ist. Leider haben sich auch einige technische Fehler sowie Rechtschreibfehler ins fertige Spiel eingeschlichen, die den Spielspaß ein wenig trüben.

Fazit

 Langzeitfans der Banjo-Reihe sowie Anhänger von 3D-Jump-’n-Runs können ohne Bedenken bei diesem Spiel zuschlagen. Alle anderen sollten sich bewusst sein, dass Yooka-Laylee als erstes Spiel des jungen Entwicklerstudios eher nicht mit Super Mario mithalten kann. Aber das ist schon in Ordnung, da sie dazu beitragen, dass wir Gamer mehr Abwechslung in der Spielewelt bekommen.

Leonard Schuldt