Hoffnung für die Wechselkröte

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Augsburg, 03. September 2026 – Die Wechselkröte ist eine der am stärksten bedrohten Amphibienarten in Bayern, mit nur noch einem Vorkommen in Schwaben. Ehrenamtliche des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz betreuen die Wechselkröte in einem LBV-Schutzgebiet und suchen nach weiteren Vorkommen in Schwaben und Oberbayern. Dabei wurden unzählige Kaulquappen in einem kleinen Gewässer gefunden, das kurz vor der Austrocknung stand. Um die Quappen zu retten, wurden sie teilweise auf andere Gewässer verteilt, aber auch dem Zoo Augsburg zur Aufzucht übergeben. Nun wurden die aus den Kaulquappen hervorgegangen Kröten ausgewildert.

Die Wechselkröte ist selten geworden, denn geeigneter Lebensraum und vor allem geeignete Laichgewässer werden immer seltener. Zum Ablaichen bevorzugt die Wechselkröte temporäre kleine Gewässer mit niedrigem Wasserstand. Normalerweise ist sie hier konkurrenzlos, denn es gibt weder Fische noch Libellenlarven. Die Kaulquappen müssen in ihrer Entwicklung schnell sein, denn der Vorteil hat auch einen Nachteil: die Gewässer trocknen schnell aus. Mittlerweile zu schnell, denn die Niederschläge nehmen ab und die Temperaturen sind schon früh im Jahr sehr hoch. Kurz vor der Austrocknung stand auch ein kleines Gewässer, in dem Ehrenamtliche des LBV noch Kaulquappen gefunden und dann zur Rettung entnommen haben.

Aufgabe des Zoos

Ein Teil dieser Kaulquappen kam mit Genehmigung der zuständigen Behörde an den Augsburger Zoo, um hier die Kaulquappen aufzuziehen, um sie später als kleine Kröten auszuwildern und die Überlebenschancen zu steigern. Das Kaulquappen-Stadium ist immerhin die gefährlichste Zeit im Leben einer Wechselkröte. Nachdem sich alle Kaulquappen zu Hüpferlingen entwickelt haben, konnten LBV Augsburg und der Zoo gemeinsam rund 170 Wechselkröten in einem LBV-Schutzgebiet auswildern. Der LBV hat dort vorher neue Verstecke angelegt und den Lebensraum so angepasst, dass möglichst viele der Kröten überleben werden.

Der ex-situ-Artenschutz soll auch zukünftig eine wichtige Rolle beim Schutz der Wechselkröte spielen, denn sie wird in den nächsten Jahren auf menschliche Hilfe angewiesen sein. Der LBV wird es schaffen sein Schutzgebiet so zu gestalten, dass die Wechselkröte sich dort wieder zu einer stabilen Population entwickeln kann und sich so das Potential zu einer stärkeren Ausbreitung aufbaut. Und der Zoo verschafft dafür die Zeit, in dem die Population über eine höhere Zahl an Hüpferlingen oder durch Nachzuchten stark gehalten und wieder aufgebaut wird. Nicht nur für die Wechselkröte ist das eine sehr erfolgreiche Kooperation, sondern auch die beiden Organisationen profitieren jeweils von den Stärken des anderen.

„Ich freue mich natürlich, wenn wir hier als Zoo unserer Aufgabe gerecht werden,“ sagt Dr. Philipp Wagner, Zoodirektor in Augsburg „denn mir ist durchaus bewusst, wie stark die Wechselkröte und andere heimische Amphibien gerade zurückgehen. Es zeigt für mich aber auch, dass der Schutz im Lebensraum und der Schutz außerhalb der Lebensräume viel stärker kombiniert werden muss, wenn wir in der heutigen Zeit effektiv gegen das anthropogene Artensterben vorgehen wollen.“ Und mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz und dem Zoologischen Garten Augsburg haben sich hier zwei starke Partner gefunden. Das findet auch Günter Hansbauer, Leiter der AG Amphibien des LBV Augsburg: „Natürlich ist es wichtig wieder mehr Lebensraum für die Wechselkröte zu schaffen und diese Lebensräume zu vernetzen. Zur Stabilisierung des letzten Vorkommens ist es aber wichtig, dass auch die Reproduktion gewährleistet ist.“ Auch für Peter Bretschneider ist es ein besonderer Tag: „Ich habe mich in den letzten Wochen täglich um die Kaulquappen gekümmert und freue mich, dass wir als Zoo hier unseren Beitrag leisten können.“

„Auch wir als Stadt Augsburg profitieren von diesem Projekt,“ fügt Frank Pintsch, Umweltreferent der Stadt Augsburg und Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos an, „denn auch in Augsburg gab es Vorkommen der Wechselkröte und vielleicht bekommen wir so die Chance diese Art wieder bei uns anzusiedeln. Und als Umweltreferent freue ich mich natürlich, dass es zwei Augsburger Organisationen sind, die hier gemeinsam kooperieren, um einer Art zu helfen.“