Stadt Ulm spart an Eltern-Kind-Treffs

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Die Stadtverwaltung Ulm will Eltern-Kind-Treffs künftig nur noch in ihren sogenannten „Familienzentren“ selbst veranstalten. Die älteren Treffs, die in Jugendhäusern und Begegnungszentren gegründet worden waren, bevor Kindergärten zu „Familienzentren“ ausgeweitet wurden, sollen nicht mehr unterstützt werden.

Bekanntgeworden sind diese Pläne durch eine Petition des Eltern-Kind-Treffs im Büchsenstadel, der sich mit einer Unterschriftensammlung* gegen die Schließung gewehrt hatte: Die Treffs in den „Familienzentren“ seien keine Alternative zu denen in den Jugendhäusern. Zum einen sei es in den „Familienzentren“ viel enger, zum anderen seien auch die Standorte weit weg von den bisherigen. Insbesondere der Treff im Büchsenstadel in der Platzgasse sei unübertroffen zentral und sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto (Tiefgarage Salzstadel) erreichbar; kein Vergleich mit den beengten Verhältnissen im „Familienzentrum Schaffnerstraße“. Ähnlich fielen die Vergleiche für die anderen Stadtteile aus.

Daraufhin hat die Stadtverwaltung folgende Erklärung verfasst: „Die Stadt Ulm überprüft derzeit an allen Standorten die bestehenden Eltern-Kind-Treffs im Hinblick auf mögliche Doppelstrukturen innerhalb der jeweiligen Sozialräume. … Es ist ausdrücklich nicht Ziel, Eltern-Kind-Treffs ersatzlos zu streichen. Vielmehr sollen bestehende Angebote erhalten bleiben“ – womit vermutlich eher die Familienzentren gemeint sind, denn, so die Stadt weiter, „und – wo sinnvoll – Alternativen aufgezeigt werden, um Eltern passgenau in andere geeignete Angebote zu begleiten.“

Da vor „bestehende Angebote“ kein Artikel steht, bleibt offen, welche der bestehenden Angebote damit gemeint sind. Da „Doppelstrukturen“ beseitigt werden sollen, dürfte es sich dabei um die „Familienzentren“ handeln.

Jeder Standort werde einzeln betrachtet, betont die Stadtverwaltung weiter. Zumindest für den Büchsenstadel stellt sie in Aussicht, es sei „auch denkbar, dass selbstverwaltete Eltern-Kind-Treffs ihre Angebote weiterhin in den Räumlichkeiten der Büchse durchführen können.“

„Selbstverwaltet“ bedeutet: Es gibt kein Geld und kein Personal mehr von der Stadt, aber die Räume dürfen weiter genutzt werden. Sprich: Der Büchsenstadel-Treff darf sich – vielleicht – weiter treffen, auf eigene Kosten und ohne fachliche Begleitung. Ob dieses Angebot dann auch anderen Jugendhaus-Eltern-Kind-Treffs gemacht wird, bleibt abzuwarten. Wenn es nach der Stadt geht, werden die Eltern „passgenau“ an die Treffs in den „Familienzentren“ verwiesen.

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