Mikroplastik ist überall. Es ist nicht harmlos, soviel steht schon fest. Neben den che-mischen Ausdünstungen von Kunststoffen sind nun auch die staubfeinen Abschilfe-
rungen im Verdacht, krank zu machen. Es ist jedoch auch nie zu spät, Plastik in der
eigenen Umgebung zu vermeiden.
Wie kommt das Mikroplastik in den Körper?
Der Staub in der Luft, den wir manchmal in der Sonne glitzern sehen, besteht aus winzigen Partikeln von allem, was uns umgibt. Vor langer Zeit waren das nur Boden, Pflanzen und Tiere. Heute bestehen viele Gegenstände aus verschiedenen Kunststoffen. Auch von ihnen lösen sich staubkleine Teilchen ab. Sie nennt man Mi-
kroplastik. Schon im Babyfläschchen löst sich etwas Plastik in der warmen Flüssigkeit auf und wird vom Baby mitgetrunken, und mit den Plastikverpackungen fürs Vesper geht es später gerade so weiter. In der Atemluft reichert sich unterdessen vor allem der Abrieb von Reifen und Asphalt an.
Der Körper kann das Plastik nicht verarbeiten. Die Teilchen können aber darin Schäden anrichten. In welchem Ausmaß das wo geschieht, wird gerade untersucht. Die Forschung steht noch ganz am Anfang, aber erste Hinweise deuten unter anderem auf verfrühte Pubertät, Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit, Brustkrebs, Allergien, Diabetes, Demenz und Schäden in Lun-ge und Magen-Darm-Trakt als Folge von Mikroplastik in der Luft und in der Nahrung.
Das Deutsche Ärzteblatt hat im März eine Studie aus den USA zitiert, wonach höhere Konzentrationen an Mikroplastik zu einem höhere Risiko zu führen scheinen, an Bluthochdruck, Diabetes und Schlaganfall zu erkranken. An der University of New Mexico wurden nach Angaben des WWF (World Wildlife Fund) winzige
Kunststoffteilchen in Gewebeproben Verstorbener nachgewiesen, darunter zwölf Gehirnproben von Menschen mit nachgewiesene Demenzerkrankung: „Dabei war die Plastikkonzentration im Gehirn bis zu 30-fach höher als in der Leber oder den Nieren, und sie war im Untersuchungszeitraum zwischen 2016 und 2024 um 50 Prozent angestiegen. Die Partikel im Gehirn bestanden vor allem aus dem Kunst-
stoff Polyethylen, welcher in vielen Alltagsgegenständen steckt.“
Besser mit weniger Plastik. Immerhin scheint der Körper das aufgenommene Mikroplastik auch wieder loswerden zu können: Es wurde kein Zusammenhang zwischen dem Alter der Probanden und der Menge an Mikroplastik in ihren Körpern festgestellt. „Es ist also nicht zu spät, ab sofort auf Plastik in der Küche, auf beschichtete Lebensmittelverpackungen und aufwendig verpackte Lebensmittel zu verzichten“, folgert der World Wildlife Fund in einem Beitrag auf seiner Website.
Wie vermeiden?
Verpackungen zu meiden und Plastikbehälter durch Glas, Blech oder Stoff zu ersetzen,
ist die offensichtlichste Maßnahme, um Mikroplastik zu vermeiden. Und natürlich mög-
lichst wenig Auto zu fahren (Reifen- und Asphalt-Abrieb).
Plastik versteckt sich aber auch in den folgenden Gegenständen: „Reinigungskügel-
chen“ in Kosmetika, Zahnpasta, Flüssigseifen und Waschmittel sowie Kleidung aus
oder mit Synthetikfasern.

