Seit 35 Jahren schon gibt es Schulsozialar-
beit in der Stadt Neu-Ulm.
„Neu-Ulm war eine der ersten Städte, die mit Schulsozialarbeit anfingen“, lobte Ralph Seiffert in einem Pressegespräch die damalige Stadt- verwaltung. Seit den 70-er Jahren habe sich langsam die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Schule ein wichtiger Teil der Lebenswelt der Kinder ist. Die Peter-Schöllhorn-Schule war 1990 die erste, die einen Schulsozialarbeiter bekam. Robert Przymuszala entwickelte dort das erste Konzept für die Schulsozialarbeit in Neu-Ulm mit Freizeitangeboten für die schulfreien Nachmittage, Ferienbetreuungen und Hort an der Schule. 1994 folgte die Emil-Schmid-Schule, dann nach und nach alle weiteren. Nächstes Jahr kommen noch die Grundschulen in Gerlenhofen und Reutti dazu, dann ist Schulsozialarbeit in Neu-Ulm mit zehn Mitarbeitern auf 7,15 Voll- zeitstellen flächendeckend an allen Grund- und Mittelschulen vertreten. Die Stadt lässt sich das jedes Jahr mehr als 500.000 Euro kosten. Zur Arbeit der Schulsozialarbeiter gehören neben der Einzelfallhilfe und Beratung auch sozialpädagogische Gruppenarbeit und Kompetenztrainings, Projektarbeit und Präsventionsprojekte, Ferienprogramme und Tagesausflüge. „Schul- sozialarbeit funktioniert nur über Beziehung“, erklärte Carolin Hörmann, Abteilungsleiterin für die Schulsozialarbeit, im Pressegespräch. „Erst wenn man Vertrauen zu jemandem gefasst hat, kann man sich ihm öffnen.“
Avi aus Colorado (USA) freut sich auf ein besonderes Abenteuer: Ab September 2025 wird er für zehn Monate in Deutschland leben und zur Schule gehen. Der 17-Jährige spielt Cello und Flöte im Orchester, fährt leidenschaftlich gern Ski und liebt Brettspiele mit Freunden. Auch Koshi, 16 Jahre alt und aus Japan, möchte ein Schuljahr hier verbringen. Seit über zehn Jahren spielt er Fußball, daneben begeistert er sich fürs
Kochen und für Karaoke. Damit ihr Traum vom Austauschjahr in Deutschland Wirklichkeit wird, brauchen beide eine Gastfamilie. Avi und Koshi sind nur zwei von knapp 2.000 jungen Menschen, die jedes Jahr nach Deutschland kommen, um hier für ein halbes oder ganzes Jahr zur Schule zu gehen. Sie leben in Gastfamilien, die sie als Familienmitglied auf Zeit aufnehmen. Der Alltag in einer Gastfamilie ermöglicht es ihnen, Sprache und Kultur hautnah zu erleben. Dabei entstehen oft langjährige Freundschaften über Grenzen hinweg. Doch seit der Corona-Pandemie ist die
Bereitschaft, Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, deutlich gesunken. Um diesem Trend entgegenzuwirken und das ehrenamtliche Engagement von Gastfamilien sichtbarer zu machen, haben der AJA Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustausch und seine Mitgliedsorganisationen im Juni 2025 die Kampagne „Offene Türen, offene Herzen Austausch braucht Gastfamilien“ gestartet. Jan Schütte, Geschäftsführer vom AJA Arbeits- kreis gemeinnütziger Jugendaustausch betont: „Das Engagement von Gastfamilien ist ein starkes Zeichen für Interkulturalität, Offenheit, ge- lebte Vielfalt und eine aktive Zivilgesellschaft. Dies ist insbesondere in diesen Zeiten ein wich-
tiges Signal.“ Gastfamilien sind so vielfältig wie die Lebens- realität in Deutschland: Egal ob Paare oder Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder, Patchwork-Familien, Alleinerziehende oder auch Alleinstehende: Fast jede und jeder kann Gastfamilie werden. Einem jungen Menschen eine Heimat auf Zeit zu geben, bereichert das
Familienleben und eröffnet neue Perspektiven. Eine Gastmutter aus Berlin beschreibt es wie folgt: „Man muss nicht das ganze Leben umändern, weil plötzlich ein neues Familienmitglied da ist. Es ist keine Belastung für die Familie, sondern ein Geschenk. Ich staune immer wieder, wie viel wir von unserem Gastkind bekommen – neue Erfahrungen, neue Freund- schaften und andere Perspektiven. Ihr braucht
viel Geduld, Neugier und viel Lachen. Es ist eine Reise für alle.“ Jan Schütte vom AJA führt weiter aus: „Gastfamilie zu sein bringt frischen Wind in das Familienleben. Man lernt nicht nur viel über ein anderes Land, von Kochrezepten bis zu kulturelle Eigenheiten. Man lernt auch viel über sich selbst und über Deutschland. Gastfamilie zu
sein ist ein Abenteuer, aber es lohnt sich.“
Wer Interesse hat, Gastfamilie zu wer-den, findet weitere Informationen unter: www.austausch-braucht-gastfamilien.de/gastfamilie-werden gastfamilien@austausch-braucht-gast-familien.de

