Die Tage werden länger, Schneeglöckchen kündigen den Frühling an – und doch bleibt es für viele Eltern dunkel im Herzen. Wer eine Fehlgeburt oder eine sogenannte „kleine Geburt“ erlebt hat, fühlt sich oft isoliert. Während draußen das Licht zurückkehrt, überwiegt drinnen Trauer.
Solche Verluste sind häufiger, als viele denken: Jede dritte Schwangerschaft endet in den ersten zwölf Wochen. Trotzdem schweigen viele Betroffene – aus Scham, aus Angst vor Unverständnis. Oft bleibt das Gefühl: „Ich bin die Einzige.“
Der Satz der Gynäkologin „Ich sehe keinen Herzschlag“ trifft Eltern wie ein Schlag. Der Schmerz um das verlorene Kind ist real – auch wenn es früh in der Schwangerschaft gestorben ist. Kinder, die in dieser Zeit gehen müssen, werden als Sternenkinder bezeichnet. Auch für ihren Abschied braucht es Zeit, Raum und Anerkennung.
Ein persönliches Ritual, das offene Gespräch oder das Entzünden einer Kerze können helfen, den Verlust zu würdigen. Unbedachte Worte wie „Es sollte wohl nicht sein“ verletzen dagegen. Viel hilfreicher ist es zu fragen: „Wie kann ich für dich da sein?“
Unterstützung finden Betroffene in Selbsthilfegruppen, bei Hebammen oder in einer einfühlsamen Trauerbegleitung. Niemand muss diesen Weg allein gehen – auch im neuen Jahr darf die Trauer ihren Platz haben.

Natalie Kitterer, zertifizierte Kinderwunschberaterin,Systemische Familientherapeutin und Sozialpädagogin.

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