Worauf sollten Eltern achten, wenn das Kind ein eigenes Smartphone bekommt?

Die Erziehungsberater der KJF wissen Rat.

Tipps von der Erziehungsexpertin:

Gerade vor Weihnachten fragen sich viele Eltern, ob der Nachwuchs ein eigenes Handy braucht

Dieser Wunsch dürfte auf vielen Wunschzetteln stehen, die momentan geschrieben und an das Christkind verschickt werden: ein eigenes Handy oder Smartphone. Darum stellen sich gerade in der Adventszeit viele Eltern die Frage: Ab welchem Alter können Kinder ein eigenes Smartphone bekommen und damit in eine ganz eigene Welt abtauchen?

Erziehungsberaterin Chris Wilhelm von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung hat darauf eine Antwort: „Wenn es darum geht, ein Smartphone zu haben, auf dem man Whatsapp nutzen, eine SMS schreiben oder ähnliches kann, empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ab 12 Jahren. Im Endeffekt hängt es aber davon ab, wie die Eltern ihr Kind einschätzen.“

Grundsätzlich sollten die Eltern gerade bei jüngeren Kindern ein Auge darauf haben, wie diese das Smartphone oder Handy nutzen und vor allem wissen, was sie damit alles treiben. Abhängig davon sollten zeitliche Grenzen gesetzt werden. „Es ist sicher nicht gesund, sich mehrere Stunden am Tag mit dem Handy zu beschäftigen“, so Erziehungsberaterin Chris Wilhelm. „Ich finde für einen 12-Jährigen eine halbe Stunde am Tag völlig ausreichend. Viele Kinder wollen das Smartphone gleich nach der Schule zur Verfügung haben, damit sie Verabredungen treffen können, das finde ich legitim. Für viele Kinder ist das Smartphone total wichtig, um Kontakte zu pflegen.“

Kontakt halten, surfen oder spielen – ein Smartphone bietet jede Menge Möglichkeiten. Eine zweite wichtige Frage, die Eltern sich in diesem Zusammenhang stellen: Ab welchem Alter sollten sich die Eltern nicht mehr in die Nutzung einmischen und ihrem Kind das Gerät zur freien Verfügung überlassen? Da rät Chris Wilhelm: „Ein Jugendlicher in der neunten oder zehnten Klasse möchte über sein Handy völlig frei verfügen und möchte es nicht mehr mit den Eltern absprechen müssen, wann er das Handy nutzt. Das können Eltern auch zulassen, wenn sie erleben, dass er das gut im Griff hat. Aber bei Kindern der fünften, sechsten, siebten Klasse würde ich Eltern raten, noch ein Auge darauf zu haben, wie und wie lange die Kinder das Gerät nutzen.“

Und längst sind es ja nicht nur die Kinder, die viel Zeit am Smartphone verbringen. Auch die Eltern können meist nicht mehr ohne. Darum empfiehlt Chris Wilhelm, medienfreie Zeiten für alle in der Familie festzulegen, zum Beispiel während der gemeinsamen Mahlzeiten oder zum Beispiel am Sonntagnachmittag. „Das ist wichtig“, so die Erziehungsberaterin der KJF.

 

Kontaktdaten sowie mehr Infos finden Sie hier: KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung

 

Foto: KJF/Winfried Karg

 

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF)

Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF) wurde 1911 gegründet. Sie ist ein Gesundheits- und Sozialdienstleister mit rund 80 Einrichtungen und Diensten im Gebiet zwischen Lindau, Neu-Ulm, Nördlingen, Neuburg/Donau und Murnau. Dazu gehören unter anderem Angebote der Medizin mit mehreren Kliniken, der Berufsbildung für behinderte und nicht behinderte Jugendliche und Erwachsene mit Berufsbildungswerken und Vermittlungsdiensten, der Kinder- und Jugendhilfe mit Wohngruppen, Tagesstätten, Beratungsstellen und mobilen Diensten sowie mehrere Schulen.
Die rund 5.000 Beschäftigten des Verbandes helfen im Jahr rund 125.000 Kindern, Jugendlichen und Familien sowie Erwachsenen bei Schwierigkeiten und Fragen; darüber hinaus nehmen rund 200.000 Kunden pro Jahr die Dienstleistungen der KJF Integrationsunternehmen in Anspruch. Vorstandsvorsitzender der KJF ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Domkapitular Armin Zürn.

Weitere Informationen zur KJF finden Sie unter www.kjf-augsburg.de. Aktuelle Videos gibt es im YouTube-Kanal auf www.youtube.com/kjfaugsburg.