Ein Minigebirge ist im Kreismustergarten des Landkreises Neu-Ulm entstanden. Dieses ist zwar nicht zum Wandern geeignet, ein Besuch dort lohnt sich aber trotzdem auf jeden Fall. Unter dem Motto „Vielfalt auf kleinstem Raum“ zeigt dieses Alpinum auf, wie selbst trockenste Flächen noch mit Pflanzen verschönert und belebt werden können. „Wir wollen damit auch dem Trend der Gartengestaltung, dass immer weniger Grün zum Einsatz kommt, entgegenwirken“, erläuterte Landrat Thorsten Freudenberger bei der offiziellen Übergabe des Alpinums in Weißenhorn. Denn der Trend keine Pflanze, bedeute auch kein Tier und damit kein Leben. Für alle, die keine Zeit oder Lust zur aufwändigen Gartenarbeit und Pflanzenpflege haben, zeigt das Alpinum im Kreismustergarten unterschiedliche Alternativen auf. Über 800 Pflanzen besiedeln den Steingarten, wo auch Eidechsen und andere Kleintiere ein Zuhause finden.

Baubeginn war im November 2017. Seitdem hat Ruth Rieck von der Firma Rieck aus Neenstetten gemeinsam mit ihrem Ehemann über 50 Tonnen Material verarbeitet und in Form gebracht. Bei der feierlichen Eröffnung des Alpinums erläuterte sie den rund 100 Gästen die unterschiedlichen angesiedelten Pflanzen. „Zu jeder Jahreszeit gibt es etwas zu entdecken“, sagte Ruth Rieck. Als besten Lehrmeister für die Anlage von Pflanzungen bezeichnete sie die Natur. So liegen zum Beispiel in den Alpen zahlreiche Pflanzen den halben Tag im Schatten. Andere Pflanzen hingegen bewohnen trockene Südhanglagen. Dies wurde unter anderem auch für das Alpinum umgesetzt. Deshalb sei es stets ratsam, sich in der Natur umzusehen und von ihr zu lernen.

Da Gebirgspflanzen sehr langsam, dafür aber sehr langlebig und nachhaltig wachsen, wird das Alpinum erst im kommenden Frühjahr zu seiner Hauptblütezeit in vollem Glanz erstrahlen. „Wir können aber heute schon stolz auf diese neue Attraktion sein“, freute sich Landrat Thorsten Freudenberger, dass es bereits aktuell vieles zu sehen gibt und man sich wertvolle Anregungen holen kann.

Beim Landratsamt Neu-Ulm waren die Mitarbeiter des Fachbereichs „Naturschutz und Landschaftsplanung“ mit Fachbereichsleiter Michael Angerer sowie Rudolf Siehler an der Umsetzung beteiligt.

Der Kreismustergarten ist ständig geöffnet. Bei Fragen stehen Vertreter der örtlichen Gartenbauvereine den Besuchern im Zusammenwirken mit den Mitarbeitern des Fachbereichs Naturschutz und Landschaftsplanung des Landratsamtes Neu-Ulm von Mai bis Anfang Oktober an den Samstagen, Sonn- und Feiertagen jeweils nachmittags im Kreismustergarten zur Verfügung.

Ruth Rieck (rechts) erläutert den interessierten Besuchern die Anlage des Alpinums.

 

„Gipfelstürmer“: Rudolf Siehler hat vom Alpinum aus alles gut im Blick.
                           Fotos: Landratsamt Neu-Ulm/Kerstin Weidner